Termine

Gottesdienste zuhause in der Familie


Ein Erfahrungsbericht von Sarah Kubin-Scharnowski

Seit der Corona-Pandemie fühlen wir uns im regulären Gottesdienst in der Kirche unwohl. Selbst wenn der Kirchenbesuch unter epidemiologischen Gesichtspunkten ungefährlich sein mag, ein unangenehmes Gefühl bleibt in unserer Familie.

Also schauten wir uns nach Alternativen um und fanden sie in der Möglichkeit, Gottesdienst zuhause zu feiern. Alles begann mit einer kopierten Vorlage, die am Schriftenstand von St. Michael auslag: „Hausgottesdienst mit Kindern“ stand darauf, dazu ein Bild mit einer Bibel, einer Kerze und einem Kreuz aus bunten Duplosteinen. In dem Faltblatt verbarg sich ein kurzes Anschreiben an Familien, einige Vorgedanken zur Feier von Gottesdiensten zuhause und mit Kindern und ein detaillierter Ablauf mit Wortbausteinen, Bibelstelle, Gebeten, Liedvorschlägen und möglichen Aktionen mit Kindern. Die Vorlage war geplant und herausgegeben worden von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Bischöflichen Ordinariats – und sie gehörte zu einer ganzen Reihe, wie wir bei einer kurzen Recherche auf der Homepage der Diözese feststellten.

Zuhause_Gottesdienst_FamilieMit unseren beiden Kindern, sechs und zehn Jahre alt, probierten mein Mann und ich den ersten Hausgottesdienst aus. Ich habe Erfahrung in der Planung und Durchführung von Gottesdiensten, deshalb übernahm ich die Leitungsrolle. Wir setzten uns in einem der Kinderzimmer auf den Boden, bauten ebenfalls ein Kreuz aus Duplosteinen, sorgten für Blumenschmuck aus dem Garten und eine Kerze. Das Evangelium las unser Sohn, dann unterhielten wir uns anhand der Leitfragen über den Text, formulierten freie Fürbitten, sprachen gemeinsam das Vaterunser und segneten uns, in dem wir uns gegenseitig die Hände auf den Kopf legten. Dazwischen sangen wir passende Lieder aus dem Gotteslob. Welch eine intensive und beglückende Erfahrung! Kinder und Eltern waren begeistert!

Wir luden uns weitere Vorlagen herunter, teilten und aßen am Gründonnerstag ein selbst gebackenes Fladenbrot, stellten Bibelstellen mit Lego- und Duplofiguren nach, zündeten Kerzen für Verstorbene an. Als wir im Jahr darauf am Aschermittwoch bei einem Ausflug nach Karlsruhe vor der St. Peter-und-Paul-Kirche von Ehrenamtlichen eine kleine Schachtel mit geweihter Asche geschenkt bekamen, hielten wir zuhause eine kleine Andacht und zeichneten uns gegenseitig das Aschekreuz auf die Stirn.

Wir feiern nicht jeden Sonntag Hausgottesdienst, aber immer wieder. Und haben dabei eine ganz neue, sehr lebensweltbezogene und intensive Spiritualität kennen gelernt. Stärker als in jedem geleiteten Gottesdienst in der Kirche spüren wir das „allgemeine Priestertum aller Getauften“, die Berufung und Befähigung, selbst Gottesdienst zu feiern. So gesehen, ein echter Gewinn!

Hier finden Sie die Zuhause-Gottesdienste der Diözese:
www.drs.de/zuhause-gottesdienst-feiern



< Zurück