Aktuelles aus dem Arbeitskreis Weltkirche

Zu Besuch in der Comunidad del Barrio Villa Angela – Sincelejo (Kolumbien)


Sincelejo_2020_4Im Anschluss an die  Feierlichkeiten aus Anlass des 30jährigen Bestehens unserer Schule in Lérida habe ich am 1. November (Allerheiligen / Día de todos los Santos) 2019 das Gemeindezentrum von Villa Angela in Sincelejo, Hauptstadt des Departamento Sucre, aufgesucht. In einem abendlichen Gespräch mit Bruder Juan von der Franziskaner-Stiftung Tomas Morus konnte ich erfahren, wie hilfreich die langjährige Solidaritätsbeziehung der Gemeinden Sankt Michael in Stuttgart-Sillenbuch und Maria Königin in Ostfildern-Kemnat für die Arbeit der Franziskaner-Stiftung ist. Seit mehr als 20 Jahren engagiert sich die Stiftung an der kolumbianischen Karibikküste in verarmten Gemeinden und für Opfer sozialer und politischer Gewalt. Als Teil der "Franziskaner-Familie" Kolumbiens arbeitet die Stiftung eng zusammen mit Plattformen, die die Menschenrechts-prozesse in Kolumbien begleiten und überwachen sowie mit dem Entwicklungsprogram der Vereinten Nationen (UNDP) und anderen Agenturen der internationalen Zusammenarbeit.

Die Stiftung arbeitet in marginalisierten barrios von 23 Städten an der Karibikküste. Ihre Programme widmen sich vorrangig den Kindern, Jugendlichen und Frauen. Aber auch die Stärkung des kollektiven Gedächtnisses an die Opfer des mehr als 50 Jahre andauernden bewaffneten Konfliktes des Landes gehört dazu.

Eingebettet in das Gespräch mit Bruder Juan war die eindrucksvolle Begegnung mit Menschen aus dem marginalisierten Barrio Villa Angela, die die Zuwendung und Unterstützung der Stiftung Tomas Morus erfahren. 2009 errichteten die Franziskaner in ihrem barrio mit finanzieller Hilfe der Europäischen Union ein Zentrum der Begegnung, das von allen Gruppen respektiert und geschützt wird. Das Fundament für das Gebäude haben Männer des barrio in Eigenleistung gelegt. Tagsüber funktioniert hier der Kindergarten, außerdem gehört eine cocina (Küche) und eine enfermería (Krankenstation) für Notfälle dazu.

Sincelejo, eine Stadt mit ca. 291.000 Einwohnern, ist in den letzten 20 Jahren sehr stark gewachsen, insbesondere durch den Zustrom von Menschen aus dem ländlichen Raum, dessen Bevölkerung  im Zuge der in Kolumbien herrschenden sozio-politischen Gewalt verdrängt wurde. In der Stadt gibt es keinen öffentlichen Busverkehr. Der Personentransport wird bewältigt mit Mini-Taxis, Fahrrädern und privaten Klein-Motorrädern. Es ist nicht selten, dass auf einem dieser Motorräder 3-4 Personen Platz finden. Die Motorradfahrer sind wahre "Künstler", die im Gewimmel der Straßen immer noch irgendeine Lücke finden um voranzukommen. Angesichts der engen und kurvenreichen Straßen hatte ich bei meinem Besuch den Eindruck, die Stadtplanung könne dem Bevölkerungszuwachs nicht nachkommen und die Bebauung erfolge ohne geordnete Stadtplanung.

Karl Kästle, Stuttgart



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5. Boletin der Franziskaner Stiftung aus Kolumbien


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Manchmal sind die Dinge nicht so, wie man es gerne hätte, aber sie sind immer so, wie sie sein sollten. Lerne zu akzeptieren und fließen zu lassen.

 

Bruder Juan der Franziskaner Stiftung Tomas Moro von Sincelejo schickte uns den 5. Boletin der Franziskaner Stiftung aus Kolumbien. Nachfolgend eine kurze Übersetzung.

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Jahresbericht aus Sincelejo für 2019


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Flüchtlinge von Venezuela in Sincelejo


Projektbeschreibung zum Hilfsprojekt für die geflohenen Venezolaner – Stand 01.11.2019.

Durch die Krise und den Versorgungsnotstand im Nachbarland Venezuela haben viele Menschen ihr Land in Richtung Kolumbien verlassen. Sie stehen praktisch mittellos und obdachlos da und müssen ihren Unterhalt durch Betteln sichern. Die Idee der Franziskaner von Sincelejo ist, diesen Menschen durch eine erste humanitäre Aktion bestehend aus Lebensmitteln, Kleidung, Toilettenartikel zu helfen. Da es sehr viele Flüchtlinge sind, kann zurzeit kein spezielles Auswahlverfahren angewandt werden. Die Franziskaner werden die Bedürftigkeit prüfen und Hilfe gewähren, solange die Mittel reichen.

In den vergangenen 2 Jahren haben dem Roten Kreuz zufolge ca. 660.000 Venezolaner in Richtung Kolumbien verlassen (SZ 18.05.2019).

Mit Schreiben vom 2019 berichtet die Fundación Tomas Moro von Sincelejo, dass sich auch in der Stadt viele geflohene Venezolaner aufhalten, die mittellos da stehen und um Almosen betteln müssen, um zu überleben. Die Franziskaner von Sincelejo würden diesem Personenkreis gerne helfen, wenn sie dafür die finanziellen Mittel zur Verfügung stehen hätten.

Eine weitere Email Nachricht erhielten wir von Bruder Juan am 14.12.2019 in dem er uns mitteilt, dass sie keine genauen Zahlen haben von den venezolanischen Flüchtlingen die zur Zeit in Sincelejo / Sucre angekommen sind. Es sind aber viele.

Die Franziskaner Stiftung wird das Rote Kreuz sowie das Gesundheitsministerium ansprechen da sie der Meinung sind, dass den Betroffenen dringend geholfen werden muss. Zunächst mit einer humanitären Aktion, welche aus Lebensmittel, Kleidungen, Toilettenartikel, Miethilfe bestehen sollte, viele von ihnen leben auf der Straße.

Weiter schreiben sie uns, es wäre am besten sie bekommen ein Hilfspaket, eine erste Hilfe, aber sie müssen zunächst die rechtliche Seite klären, da die Venezolaner illegal im Lande sind.

In Sincelejo oder Departamento Sucre gibt es zurzeit keine Instanz die hilft, die Situation ist sehr traurig. Sie wollen alles tun um zu helfen sie haben ja gute Erfahrung in diesem Thema der Vertriebenen von Kolumbien, zum Beispiel mit den Binnenflüchtlingen.

Karl Kästle

 

Hier noch ein Bericht vom 12.12.2019 über den Ort Tolú, der ebefalls zu dem Einflussgebiet von Sincelejo gehört

Tolú – Sucre, offiziell Santiago de Tolú  

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