Das Konzept der Eingewöhnung

„Zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen, Wurzeln und Flügel.“ (Goethe)

Der Eintritt in die Kita bedeutet für das Kind aber auch für Sie als Eltern eine große Veränderung.
Ziel der Eingewöhnung ist es, dass das Kind mit der neuen Umgebung und den neuen Personen vertraut wird und so den Ablösungsprozess von den Eltern besser bewältigen kann.
Eine behutsame und individuelle Eingewöhnung ist von großer Bedeutung und für einen gelungenen Start unerlässlich. Dies kann nur gemeinsam mit Ihnen erfolgen, da Sie die wichtigste Bezugsperson sind und bleiben!

 

Ablauf der Eingewöhnung

Info: Jede Eingewöhnung verläuft individuell, da wir vor allem auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen. Daher ist folgendes „nur“ ein Leitfaden und kann von der tatsächlichen Eingewöhnung in manchen Fällen abweichen.

 

Aufnahmegespräch

Für ein erstes Kennenlernen kommen Sie vor Eintritt in die Kita zum Aufnahmegespräch. Hier wird die Bezugserzieherin mit Ihnen die Eingewöhnung besprechen, Ihre Fragen beantworten und erste Details über die Gewohnheiten Ihres Kindes erfragen.

 

Eingewöhnungsphase

1.-3. Tag

Sie und Ihr Kind besuchen die Einrichtung am Vormittag für maximal 2 Stunden gemeinsam. Sie stellen die sichere Basis für Ihr Kind da, damit es mit der neuen Umgebung und den neuen Personen vertraut werden kann.

4. Tag

Der erste Trennungsversuch findet statt. Sie kommen mit Ihrem Kind gemeinsam in die Einrichtung und verabschieden sich nach kurzer Zeit deutlich von Ihrem Kind, Sie bleiben in der Einrichtung, sind aber außer Sichtweite für Ihr Kind. Je nach Reaktion des Kindes wird die Dauer der Trennung individuell entschieden.

Ca. 5. Tag

Dieser Tag verläuft ähnlich wie der 4. Tag und dient der Stabilisierung. Die Trennungszeit wird jeden Tag individuell mit Ihnen besprochen und so Schritt für Schritt verlängert.

Ca. 6. Tag

Die Trennungszeit wird individuell verlängert, ggf. können Sie heute die Einrichtung während der Trennungsphase verlassen.

Ca. 7. Tag
Die Trennungsphase wird verlängert. Eventuell kann das Kind schon über die Mittagessenszeit bleiben.
Ab hier wird individuell bestimmt, wie lange es im Kinderhaus bleibt. Klappt alles gut, kann es schon ganztags bleiben.

Ende der Eingewöhnung

Die Eingewöhnung ist abgeschlossen, wenn das Kind auch bei Abwesenheit der Eltern von der Erzieherin aufgefangen und getröstet werden kann.

 

Rolle der Eltern

Sie als Eltern geben dem Kind in seiner neuen Umgebung die Sicherheit, die es für einen guten Start ins Kita-Leben benötigt.
Das Kind soll sein neues Umfeld im individuellen Tempo erforschen. Ihre Aufgabe hierbei ist es, sich im Hintergrund zu halten, nicht zum Spielen zu drängen und auf den Wunsch des Kindes nach Körperkontakt und Nähe positiv zu reagieren und dies zuzulassen. Schritt für Schritt wird das Kind so Vertrauen in seine neue Umgebung fassen und die Trennung besser bewältigen. Aus diesem Grund bitten wir Sie während des Aufenthalts in den Spielräumen der Kinder auf die Benutzung eines Handys zu verzichten. Wichtig während der Eingewöhnung, sowie auch im weiteren Verlauf der Zusammenarbeit, ist ein offener und ehrlicher Austausch mit den Erzieherinnen.

 

Rolle der Erzieherin

Zu Beginn der Eingewöhnung, übernimmt die Erzieherin eine beobachtende und zurückhaltende Rolle. Das Kind selbst bestimmt über Nähe, Distanz und Zeit, die es braucht, um sich auf die Erzieherin einzulassen. Die Erzieherin ist meist in Reichweite und nimmt nach und nach Kontakt auf. Bei allen intensiven, pflegerischen Situationen wird die Erzieherin vorerst die zuschauende, dann die aktive Rolle übernehmen. Der Verlauf der Eingewöhnung wird mit Ihnen in Absprachen über das weitere Vorgehen getroffen und bestimmt.